Ich kann nicht gut schreiben

So. Sprechen wir mal über etwas, das mich schon seit längerer Zeit an mir selbst aufregt, aber über das ich nicht wirklich gern rede. Und zwar kann ich nicht schreiben. Also natürlich kann ich Dinge aufschreiben, die manchmal auch einen gewissen Zusammenhang haben und auch einige Aspekte einer bestimmten Thematik ansprechen. Das was mir allerdings wirklich zu schaffen macht, ist eine fehlende Leichtfüßigkeit, ein Stil, der sowohl Prägnanz als auch Verständlichkeit mit sich führt, aber trotzdem nicht in der Belanglosigkeit untergeht. Und bisher scheitere ich daran immer wieder.

Dabei erscheint es mir so einfach, über ein bestimmtes Thema zu schreiben. Mich interessiert etwas, ich schreibe ein paar Gedanken dazu auf, erarbeite mir eine grobe Struktur von meinen Ideen, suche mir ein paar nette Beispiele und schreibe das Ganze in einer enthusiastischen, etwas übertriebenen Art auf, um einen klaren Ton vorzugeben. Und doch kommt am Ende meist sehr viel Geschwurbel heraus, das relativ selten das trifft, was mir am Herzen liegt.

Denn ich weiß sehr viel mehr über das Thema, als ich in den Zeilen dieser meist essayistisch angehauchten Artikel niederschreibe. Und manchmal bemerke ich schon, während ich die Struktur des Artikels festlege, dass möglicherweise mehr erforderlich ist, als nur ein kurzer Gedankenauszug. Doch gleichzeitig sehe ich mich unter dem Druck, einen Artikel zu schreiben, der eben nicht unüberschaubar wird, aber dennoch versucht, etwas Originelles anzusprechen.

Und was soll ich sagen? Ich scheitere daran. Ich kann nicht gut schreiben. Jedenfalls nicht über etwas, das auf vielfältige Weise betrachtet werden kann. Ich scheitere daran, diese interessanten Ideen in mäßig umfangreicher Art aufzuschreiben, weil ich entweder dazu tendiere, kurze treffende Formulierungen zu wählen, aber den Umfang der Problemstellung zu ignorieren und dann unzufrieden darüber bin, dass ich ein Thema nur halbherzig besprochen habe, oder aber viel zu ausschweifend werde und endlos lange Artikel verfasse, die ein großes Maß an Aufmerksamkeit einfordern, während ich gleichzeitig aber in einem sehr emotionalen Stil schreibe, der zu dieser Form nicht mehr passt.

Gefühlvoll und spannend zu schreiben, dennoch aber den Kern der eigenen Mitteilung zu erfassen, ist eine schwierige Aufgabe für mich. Nehmen wir doch einfach mal diesen Beitrag als Beispiel. Bis hierhin habe ich versucht, meinem Gefühl Ausdruck zu verleihen. Es stört mich, dass ich es nicht schaffe, eine ordentliche Dramaturgie in meine Texte hineinzubringen. Doch ab jetzt wollte ich damit anfangen, mich zu therapieren und mir Hinweise zu geben, wie ich in Zukunft damit umgehen werde. Doch jetzt sehe ich gedanklich davon ab und schreibe lieber darüber, warum das keine gute Idee von mir gewesen ist.

Für mich selbst ist es möglicherweise sinnvoll, dass ich versuche, mir zu helfen. Stilistisch gesehen handelt es sich aber um einen Bruch des Textes, der dazu führt, dass aus einer Gefühlsbeschreibung heraus plötzlich eine Handlungsanweisung für das richtige Schreiben entsteht. Dieser Bruch erschwert das Verständnis des Textes, weil der Funktionswechsel zu radikal stattfindet. Der Leser befindet sich möglicherweise noch in einer Form des Mitfühlens und wird dann sofort in Richtung Kritiker der Hilfsleistungen getrieben.

Und das ist nicht cool, weil er plötzlich mit einer anderen Erwartung konfrontiert wird und dadurch weniger Lust hat, weiter zu lesen. Deshalb mache ich das jetzt auch nicht unbedingt besser, indem ich „deshalb“ schreibe oder mit Metakommunikation versuche, der unangenehmen Rollenverschiebung entgegenzuwirken. Aber dennoch muss ich irgendwann in irgendeiner Form dazu überleiten, etwas Sinnvolles für mich aus diesem Gefühlswirrwarr herauszuholen.

Vielleicht ist diese Form des Gedankenstroms zielführender als klar definierte Bereiche, vielleicht sind kurze, klar formulierte Gefühlsäußerungen eine gute Variante, ein Ziel zu finden. Vielleicht ist das „vielleicht“ auch eine gute Form nicht eine Lösung für mich endgültig zu definieren, sondern den Leser zu ermutigen, selbst Überlegungen anzustellen und die Problematik nicht damit abzuschließen, dass eine klare Lösung (für mich) bereits gefunden wurde.

Gutes Schreiben und ein guter Text müssen sich für mich gut anfühlen. Das ist das einzige, was ich deutlich sagen kann. Was es allerdings bedeutet, wenn ich von gutem Schreiben spreche, das weiß ich nicht. Und ich merke schon, dass ich wieder Absatz für Absatz schreibe und ein Gefühl von einem Ende aufbauen will. Aber möglicherweise gibt es keine guten Enden. Möglicherweise sind Enden eine Illusion von Abgeschlossenheit, weil ich ja weiter denke und ich euch nur ein gutes Gefühl vermitteln möchte, eben dass doch noch alles gut geworden ist. Ihr entscheidet.

Und dann sind wir allein

Sterblichkeit ist für mich nur noch selten ein Thema, weil sie mir kaum etwas anbieten kann, worüber ich nicht bereits nachgedacht hätte. Ich habe sie psychologisch und philosophisch eingeordnet, ich habe sie filmisch emotional mehrfach für mich selbst reflektiert, und ich habe bereits mehrere Nahtoderfahrungen hinter mich gebracht, die mir einen fundamentalen Eindruck von Angst vermittelt haben. Zurzeit bewegt sie mich einfach eher weniger. Dabei geht es mir gar nicht darum, die Bedeutsamkeit des Todes für unser Denken herunterzuspielen. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass mir das Nachdenken über diese Unausweichlichkeit keinen Mehrwert mehr bietet.

Dennoch gelangen hin und wieder Themen in mein Bewusstsein, die sich mit den Folgen des Todes auseinandersetzen, was nachvollziehbar ist, wenn man bedenkt, dass der Tod ein unabänderlicher Fakt und einen schwerwiegenden Einschnitt darstellt. Der Tod ist das Urübel jeglicher Beziehung, weil er eine Auseinandersetzung zwischen den Individuen verunmöglicht. Er ist aber auch die Zerstörung jeglicher funktionierender sozialer Ordnung, wenn Freundschaften beispielsweise an Schuldfragen über einen möglicherweise vermeidbaren Verlust zerschellen.

Ich möchte jedoch eine andere, weniger im Vordergrund befindliche Folge untersuchen. Ich möchte verstehen, was es bedeutet, alt und allein zu sein. Wie fühlt man sich, wenn bereits ein Großteil der Freundschaften durch den Tod zerrissen wurden? Und jedes Jahr weitere über Jahrzehnte entstandene Bindungen aufgelöst werden? Bis man zum Schluss nur noch allein zurückbleibt.

Unsere Gesellschaft tabuisiert die Gefühle, die aus dem Alleinsein im Alter entstehen, weil das Leben keinen Platz für eine sterbende Generation einräumt. Sterblichkeit ist ein Makel, den die Jugend ignoriert, die Erwachsenen verdrängen, die Alten aber mit jedem Jahr und jedem Freund mehr hinnehmen müssen. Wer eine Familie besitzt, weiß sich möglicherweise geborgen, solange er dieser nicht die Zeit raubt. Wer jedoch im Leben mit seinen Freunden Erfüllung gefunden hat, muss sich die Frage stellen, wie er mit dem Ende umgeht, wenn er nicht zu denjenigen gehört, die als erstes sterben.

Der Tod eines wichtigen Menschen gehört dabei zu den schwierigsten Erlebnissen im Leben eines Menschen, für mich persönlich ist er das schwierigste Erlebnis. Zu wissen, dass die Eigenheiten für immer verloren sind, dass der Mensch, der dich zum Lachen gebracht hat, zum Weinen, der deine Geheimnisse für sich behalten und mit Rat zur Seite gestanden hat, sich nie wieder auf deinen Unsinn einlassen wird, das ist zu viel für eine unvorbereitete Psyche.

Ein Menschenleben ist so verdammt kurz. Heute sehen wir uns noch als diese Kinder von damals, die in den 1990ern mit dem Gameboy oder mit Lego oder mit Puppen gespielt haben, morgen sind wir bereits aus dem Studium raus und übermorgen befinden wir uns schon an der Grenze zum Ruhestand. Und natürlich werden wir noch hart getroffen werden, sehr hart. Härter als uns das lieb ist. Unsere Großeltern sterben weg, unsere Eltern, unsere Freunde, unsere Partner und dann wir selbst. Wenn wir Pech haben, werden wir uns in der Zwischenzeit mit der Frage quälen, warum wir all diese Zeit überleben, während die anderen alle sterben müssen. Wenn wir Glück haben, leben wir einfach und genießen jeden Augenblick, den wir mit der Vielzahl der Menschen, die uns umgeben, teilen können.

Ich habe Jan Böhmermann singen gehört und am Ende habe ich geweint

Julius hat einen Text über den Gott der Medienkritik geschrieben! Und wir hören zu! Alle jetzt.


Menschen die Internet haben, kennen das: Jemand schickt dir einen Link für ein Video. Kommentarlos, lediglich ein Smiley verziert die kryptische Buchstabenkette. Du musst schon draufklicken, um herauszufinden, was dein „Kumpel“ so witzig findet. Das kann von einem würgreiz-erzeugenden, niedlichen Katzenbaby bis zu einem sympathischen Psychopathen, der sich genüsslich ein leicht zerbrechliches Gurkenglas rektal einführt, so ziemlich alles sein. Wenn dein Umfeld jedoch zum größten Teil aus Studenten und Medienfuzzis besteht, deren Kampfruf „Political Correctness JETZT“ ist, ist die Chance ungemein höher, dass du den neusten Clip eines gewissen Jan Böhmerman sehen darfst. Ja genau, der dusslig-quatschende Side-Kick von Harald Schmidt! Der zusammen mit Charlotte Roche eine Talk-Sendung in den Sand setzte, dann den Grimme Preis für sein despotisch geführtes Neo Magazin ergaunerte, seit über zwei Jahren jeden Sonntag mit Olli Schulz eine Radiosendung hat und mittlerweile bundesweit Hörer von sieben Sendern ihr Radio für zwei Stunden ausschalten lässt.
Jetzt aber mal ehrlich, der Typ ist ziemlich genial. Das weiß jeder, der sich das letze Jahr nicht grenzdebil sabbernd vor die Glotze gesetzt hat, um RTL zu gucken. Verdammt, selbst dann hast du den Typen gesehen. Zwar nur zweimal, aber immerhin: Böhmermann ist überall. Unter dem alles abschirmenden Mantel der Ironie redet der geborene Bremen-Vegesacker mit schnalzender Tourette-Zunge in nicht enden wollenden Sätzen und erobert so die Herzen der selbsternannten Intellektuellen. Immer dann, wenn er seine Kunst, aus dem Nichts einen unterhaltsamen Redeschwall zu generieren, mit Musik verbindet, scharren 300 spartanische Krieger missmütig mit den Füßen, weil ihnen die Epicness-Keule aus den Händen gerissen wurde. Derjenige, der bei der „Hymne auf die 90er“ keine Gänsehaut hatte, soll den ersten Stein werfen. Auf seine Eltern, weil da bei der Erziehung etwas verflucht falsch gelaufen ist.
Um dem Lassi-trinkenden ZDF Neo-Publikum mitzuteilen, dass die Sommerpause vorbei und seine Show wieder da ist, hätte ein kurzer, aber informativer 10-Sekünder gereicht. Aber nicht doch mit einem Grimmepreisträger, einem Nominierten des Deutschen Fernsehpreises, nicht doch mit Jan Böhmermann! Er nutzt den Aufwind seines Ruhmes, um ein dreieinhalb Minuten langes Musikvideo zu drehen und einen Song darüber zu schreiben, dass er endlich zurück ist. So wie Tokio Hotel. Während die glibberige Performance der Kaulitzer hoffnungslos unbeachtet nach monsunartigen Tränengüssen giert und dabei junge Frauen schaudernd an ihre Teeniezeit erinnern lässt, macht Meta-Böhmermann einfach alles richtig: Ein witziger Text, stilsicher kopierte Bilder und ein Sinn für clevere Details. Allerdings würde die Parodie niemals so gut funktionieren, wenn er nicht über eine überraschend gute Gesangsstimme verfügen würde. Denn selbst wenn der Text es inhaltlich mit den Zehn Geboten aufnehmen könnte, will niemand über drei Minuten jaulendes Gejaule hören.
Musik mit komödiantischen Inhalten zu verbinden, ist ganz sicher keine besonders originelle Idee. Frag mal Otto Walkes. Leider sind eben nur sehr wenige Künstler feinfühlig genug, sowohl einen guten Song aufzunehmen, als auch die stimmige Menge an Humor einfließen zu lassen. Frag mal Otto Walkes. Böhmermann gelingt das mal eben mit einem Einspieler im Musikvideo-Gewand. In Zeiten, in denen wir ein YouTube-Video nach kurzer Zeit aufmerksamsdefizitär wegzuklicken, weil es eben auch so viel Scheiße gibt, ist eine solche Kunst pures Gold.
Jawohl, Böhmermann ist zurück und wird uns wieder glänzend auf dem Spartensender unterhalten. Oder eher auf YouTube, weil uns wieder jemand einen Link mit einem Smiley schickt.

Grenzenlos

Habt ihr euch schon einmal vorgestellt, in einer größeren Wohnung zu leben? Oder in einem größeren Haus? Habt ihr darüber nachgedacht, dass es eigentlich ganz cool wäre, wenn die Eisenbahn nicht jeden Tag am Balkon vorbeifahren würde, oder dass der Kinderspielplatz ruhig noch einen Block hätte weiter hinten sein können? Nein, dann gehört ihr zu den glücklichen Menschen, die ein Zuhause gefunden haben, mit dem sie möglicherweise zufrieden sind. Aber was bedeutet das überhaupt?

In unserem Alltag sind wir meist sehr stark darauf konzentriert, Probleme und Bedürfnisse wahrzunehmen, die uns direkt berühren. Wenn wir Hunger haben, dann essen wir etwas. Wenn wir Schmerzen spüren, dann versuchen wir sie loszuwerden. Meist vergessen wir aber, dass wir keine allumfassende Wahrnehmung besitzen und wir deshalb auch nicht immer alles erkennen können, was uns vielleicht stört. Diese unbewussten Störungen sind es, die uns mehr prägen, als uns das vielleicht lieb ist, weil unser Bewusstsein sie nicht in die Finger bekommt und wir deshalb in ihrer Gegenwart automatisch handeln, anstatt darüber nachzudenken.

Schließen wir die Fenster, wenn uns die Kinder auf dem Spielplatz stören, dann überlegen wir vielleicht nicht, wie wir das Problem in Zukunft vermeiden wollen, sondern wir nehmen es hin, weil unser Bewusstsein dieses Erlebnis nicht als etwas Dramatisches ansieht. Wenn wir allerdings darüber nachdenken, ob uns die Wohnung gefällt, bleibt dieses Gefühl von Unruhe erhalten und wir können nicht ganz einschätzen, woher unser Unbehagen kommt, weil unsere Wahrnehmung den Lärm gar nicht als etwas Problematisches an uns herangetragen hat.

Wir bekommen ein Gefühl von unserer Wohnung, das uns in unserem Inneren verfolgt. Manchmal wird es uns schleierhaft bewusst, wenn wir nach Hause kommen und uns trotzdem nicht beruhigen können. Manchmal werden wir von anderen darauf angesprochen, weil wir selbst die Unruhe bereits durch unsere tägliche Konfrontation ausgeblendet haben. Doch das eigentliche Problem ist nicht, dass uns diese Störfaktoren nicht sofort bewusst werden, sondern dass sie über die Zeit hinweg zu einem Bestandteil unserer Persönlichkeit werden. Wir passen uns an. Wir leben mit diesen Problemen, weil sie uns nicht auffallen. Und irgendwann sind wir selbst diese Probleme.

Ich sehe Wohnungen als erweiterten Teil der Persönlichkeit. Und als Menschen sind wir anfällig gegenüber den Einflüssen unserer Umgebung. Wenn uns etwas an unserem Wohnort stört, werden wir es verändern oder es wird uns verändern. Daraus ergeben sich für mich beispielsweise auch Fragen wie diese: Wenn unsere Wohnungen größer sind, macht es uns etwas aus, längere Wege zurückzulegen? Wenn wir im Dachgeschoss wohnen und schräge Wände haben, beeinflusst das unsere Vorstellung von Ordnung und Ruhe?

Dadurch dass wir unsere Umgebung in den meisten Fällen nicht so gestalten können, wie wir es gern hätten, tragen wir meiner Ansicht nach immer einen Konflikt mit uns selbst aus. Und dieser Konflikt bestimmt letztendlich darüber, was wir für eine Person sein werden. Das Interessante daran ist aber: Dieser Konflikt muss uns nicht einmal bewusst sein. Er belastet möglicherweise unseren Alltag. Und wir bemerken ihn nur in diesen kleinen Gefühlsregungen, wenn wir wieder einmal das Fenster schließen, weil ein Zug vorbeifährt und wir vom Lärm betroffen sind.

Alternative für Schland

Scheiße genug, dass die AfD sich nun tatsächlich zu etablieren scheint. Wenn man dann auch noch mitbekommt dass tatsächlich Leute aus dem engen Bekanntenkreis die entsprechenden Neigungen haben, frage Ich mich wirklich wie das eigentlich passieren kann.
Ich meine, niemand würde sich selber als herzlos bezeichnen, oder Menschen, die  in anderen Ländern schlimmen Gefahren ausgeliefert sind wirklich einfach so sich selbst überlassen. Trotzdem kascht diese Partei die meisten Wähler tatsächlich mit Parolen zur Sicherheits- und Einwanderungspolitik. Und generell, das Schland sich sowieso eher raushalten soll aus der Welt und Wir unser eigenes Ding drehen sollten. Wie passt das zusammen? 
Ausländerkriminalität ist da so ein Schlagwort, man will zwar selber nicht herzlos dastehen, aber die Menschen reinholen nur damit sie uns ausrauben, will auch keiner. Dabei ist das ja nicht mal so. Trotzdem gibt es natürlich die Statistiken die belegen, dass von Immigranten ein höheres Straftatenpotential ausgeht, als von den richtigen DEUTSCHEN. Wenn man da aber mal Ursachenforschung betreibt, liegt das nicht daran dass die Menschen aus anderen Ländern einfach ein Kriminalitätsgen inne haben, sondern wie man mit den hier angekommenen Menschen schon jahrzehntelange umgeht.
Angefangen mit den Türken, die uns unseren heutigen Wohlstand überhaupt erst ermöglicht haben durch ihren Willen die freien Arbeitsstellen bei uns zu besetzen, die in den 70er Jahren im Zuge des Wirtschaftswunders freiwurden. Ohne diese „Entwicklungshelfer“ wären wir Wohlstandstechnisch heute wohl ganz woanders angesiedelt. Aber damals war man schon egoistisch und blind genug diese Menschen tatsächlich nur in ihrer Arbeitskraft zu benutzen und sie sonst möglichst zu separieren.
 
Die Leute wollten natürlich Teil der Gesellschaft werden und ihre Kinder nicht als Außenseiter aufwachsen sehen, wenn sie diese dann aber Einschulen wollten kam ganz schnell der Bescheid, dass das Kind auf eine gesonderte Schule 10 Kilometer weiter weg von der „normalen“ Schule zugeteilt wurde. Mit den anderen von denen, den anderen Türken, da könnt ihr eure Sprache sprechen und seit unter euch. Die heute so gern zitierten Paralelgesellschaften waren also staatlich gewollt und gefördert. Dass das dann eine kriminalisierung nach dich ziehen KONNTE, damit konnte natürlich NIEMAND RECHNEN, wenn die Menschen in einem Land ein Gefühl  bekommen, dass niemand ein Interesse an ihrer kulturellen Identität hat sonder nur an der stumpfen Arbeitskraft, nee krass echt?
Trotzdem will ich nicht dass das so rüberkommt als wäre diese Entwicklung zwangsläufig überall so abgelaufen, die meisten haben es über die staatlichen Hindernisse hinweg geschafft sich zu integrieren.

Und da komm ich im zweiten Punkt, den ich nicht verstehe. Auch wenn die AfD natürlich noch viele andere „Inhalte“ vertritt, so belegen Umfragen, dass die meisten Menschen tatsächlich zu dieser „Alternative“ greifen wegen der sicherheitspolitischen Aspekte, die sie vertritt. Ob da die Grenzkontrollen wieder eingeführt werden sollen, oder die Ausländerpolitik im Allgemeinen verschärft werden soll. Ich sehe einfach nicht, dass das ein Problem ist. Die Straftatbestände sind seit Jahrzehnten rückläufig, überwiegend, und die Menschen fühlen sich tatsächlich Unsicher? Das kann nur Ergebnis sein jahrelanger Berichterstattung durch Springermedien. Und selbst wenn es ein Problem wäre, sehe ich nicht ein, dass dieser eine inhaltliche Aspekt der Grund dafür sein kann eine Partei zu wählen. Eine Partei, die der Wohlstandspumpe EU, die Deutschland extrem geholfen hat, äußerst skeptisch gegenüber steht. Eine Partei die nicht wirklich für soziale Gerechtigkeit steht. Eine Partei, die zu einem nicht unerheblichen Teil aus ausgedienten CDU-Funktionären besteht, und jetzt eine Alternative zur gängigen Politik darstellen soll?

Muss sagen da glaube ich sehr an die These, dass die Medienwelt sich so sehr mit populistischen Aussagen gegen Lucke und Co. versucht hat und diese wiederum selbige geschickt entlarvt haben, sodass ein Eindruck entstanden ist, die Partei sei zu Unrecht im Speerfreuer der Öffentlichkeit, einfach aus einem Mangel an sachlicher Auseinandersetzung mit der Dreckspartei. Aber leider kommen sachliche Auseinandersetzungen in einem großen Teil der Bevölkerung nicht so gut an, deshalb wurde da die Rhetorikmaschine angeschmissen. Kommt jetzt natürlich alles zurück der Scheiß.
Naja und außerdem ereilt Deutschland das schicksal anderer europäischer Staaten, dass durch die homogenisierung der Parteienlandschaft meist nur noch die große Koalition möglich ist, und ein wirklicher Politikwechsel nicht mehr stattfinden kann. Das hat in Groß Britannien, Frankreich, Schweden auch dazu geführt, dass Randkräfte erstarken und und sowas wie die AfD Chancen hat.

Ne aber mal ohne Scheiß, ich hab großen Hass. You heard it here first, REPORT.

Wollt eigentlich keinen politischen Artikel schreiben, aber das beschäftigt mich halt seit einiger Zeit sehr.
luv y‘all

The Vault

Ich bin eigentlich nie ein großer Fan von diesen Webserien gewesen. Okay, okay, ich geb ja zu ich hab auch ein paar Staffeln von The Guild gesehen, und auch The Legend of Neil (Die Schweine haben das für Deutschland mittlerweile gesperrt) hab ich sehr genoßen, aber diesen Machinma Sachen wie diese Halo Serie, hat mich nie interessiert. Sieht ja alles schick aus, aber irgendwie hab ich schon genug Serien, die ich schauen muss und Webserien stehen den großen Brüdern gerne mal ein bisschen nach in Schauspielerleistung und Co. Genug Gemecker. 

Ich habe vor ein paar Jahren eine Webserie dann doch mal in mein dunkles staubiges Herz gelassen. Es muss bei einer meiner nächtlichen Streifzüge im weltweiten Netz gewesen sein, als ich zufällig auf diese Videoreihe gestoßen bin. Lass es ruhig 2 Jahre her sein. Und erst wieder dieser Gedanke: „Gnaaa, wieder so eine über ambitionierte Webserie von irgendwelchen Studenten, die zuviel in Lostforen unterwegs waren.“ Aber dann gab ich ihr eine Chance und zack boom hatte alle ausgestrahlten Folgen in einer Sitzung durchgeschaut und ich wollte dran bleiben. Und anfangs kamen noch regelmäßig die neuen Episoden, doch plötzlich war da nichts mehr. Sehr lange. Und ich forschte nach und traf auf ihren Blog. Und da erklärten sie, warum die neuen Folgen auf sich warten liessen, neue Projekte, private Probleme, Probleme mit den Produzenten und ihren Vorstellungen. Also hab ich mich in Geduld geübt. Und alle paar Monate tröpfelte dann Folge nach Folge in mein Youtube-Abonnement rein.
Und gestern war sie dann da. Die Finalfolge. Das Ende. 30 Minuten lang. Und ich bin zwiegespalten. Ich bin nicht zufrieden mit dem Ende. Zuviele neue Fragen, die nicht beantwortet werden. Und eigentlich müsste ich jetzt voll enttäuscht sein. Diese Kackserie, der ich all die Jahre so vertraut habe, schafft es nicht am Ende mein Wunschende hinzubekommen. Aber ich bin nicht sauer. Ich gönne es ihr. Ein Ende. Ich hab auch schon gelesen, dasss die Macher mittlerweile an einem richtigen Filmprojekt dran sind. Und ich wünsche denen nur das Beste. Weil mir dieses Projekt ans Herz gewachsen ist. 
Ich will euch gar nicht erzählen, worum es in dieser Serie geht, das stückchenweise herausfinden ist hier Teil des Spasses. 
Also dann. Schaut euch The Vault an.

Zugfahrt

So, mein erster eigener Post. Ich habe lange überlegt, was ich schreiben soll. Erst wollte ich mich nur vorstellen, aber da sich (vermutlich) nur Leute hier tummeln werden, die mich eh schon kennen, lass ich das lieber sein. Also kramte ich in meiner Artikel-Schatzkiste. Ich entdeckte meine ersten Artikel. Der aller erste war eine Antwort auf ein Post von Henry von Oktober 2009 und wurde von Willi auf seinem Blog veröffentlicht.
Nur knapp zehn Tage später schrieb ich meinen zweiten Text. Und den möchte ich jetzt hier selber veröffentlichen. Ich hoffe nur, ich komme hier mit dem Bloggen halbwegs klar. Meine Zeit beim Pokéwiki dürfte da sicherlich behilflich sein.


30.10.2009
Jedes Mal wenn ich im Zug sitze, überlege ich, was ich machen soll. Wenn der Zug 13.40Uhr (eigentlich immer) pünktlich losfährt, bin ich hoch motiviert, die Langeweile endlich zu besiegen.
Früh, wenn ich zur Uni gehe, öffne ich den Briefkasten, um zu gucken, was drin ist. Bis jetzt war jeden Freitag die “freitag SZ” drin. Das erste Mal habe ich mich tierisch gefreut, etwas zum Lesen im Zug zu haben. Schnell wurde mir aber klar, dass darin nur Geplänkel steht. Nicht einmal ein Rätsel gibt es darin. Heute gibt es einen Artikel zur steigenden Anzahl rechter Gewalt. Als ob das neu wäre. Vielleicht tue ich ihn mir aber trotzdem später an. Zur großen Überraschung lag heute in der Zeitung, neben der üblichen Möbelhaus-Werbung, auch eine MadiaMarkt-Werbung. Begeistert durchblätterte ich sie, freute mich über technische Neuheiten und ihren Preisen und bewunderte MediaMarkt’s Talent, immer wieder passende Promis für ihre Werbung zu finde. Obwohl ich Mario Barth’s Witze nicht unbedingt lustig finde, gibt er mir doch ein Zeichen, in dem richtigen Laden einkaufen zugehen. Alles in Allem hat das Lesen verschiedener Schriften nicht einmal annähernd solange gedauert, wie das Schreiben dieses Textes. 
Also, was nun? Erst einmal die Fahrscheine zeigen. Na klar, mach ich doch gerne. Angesichts der Tatsache, dass alle um mich rum irgendwelche uninteressanten Bücher lesen (wie zum Beispiel: “Eine schlesische Kindheit” von Maria Frisé), oder Musik hören, oder Gespräche führen, bei denen es sich nicht lohnt, mitzuhören, brauch ich erst gar nicht anzufangen, mich für die Leute zu interessieren. Apropos Musik hören: ich habe geplant dieses Wochenende meinen MP3-Player mit nach Dresden zu nehmen. Aber da mich Musik nicht körperlich beschäftigt, werde ich mir wohl doch überlegen müssen, was ich nächstes Mal im Zug machen werde. Meist sind es die kleinen Dinge und die kurzen Momente, die mich von meiner Langeweile ablenken. Doch diese Situationen sind leider unregelmäßig verteilt. Letztens standen wir kurz an einem Bahnhof in der Nähe von Ruhland. Genau vor meinem Fenster war ein Gänsestall. Ach, waren das herrliche 3 Minuten. Da war ich auch schon fast zuhause. Das ist dann noch mal ein Motivationsschub. Die frische Luft beim Umsteigen in Ruhland belebt den platt gesessenen Körper. Die Uhr sagt: “Das Schlimmste hast du geschafft!” und die Gedanken an das Wochenende lassen die Welt wieder besser erscheinen. In dem anderen Zug sind dann auch wieder neue Leute. Und das “Die Bahn”-Personal ist anders. Dann fragt mich wieder einer nach meinem Fahrschein. Und das jedes Mal wenn ich im Zug sitze.

Und ab in den Krieg…

Yeah,
erster Eintrag im Blog und schon ein politisches Statement.
Eigentlich wollte ich irgendwas gutes, schönes schreiben, zum Beispiel, warum American Horror Story so toll ist… oder Buffy… oder beides

Naja, das kommt bestimmt noch. Erst mal ein bisschen Dienstagmorgen-Entrüstung.

Die ganze Welt redet in letzter Zeit vom Krieg, von den Krisen in der Ukraine und im Irak, von Putins Machtbesessenheit, von der Brutalität der IS-Kämpfer.
Was mich an der ganzen Sache entsetzt, ist die Tatsache, wie schnell man sofort in Feindbilder rutscht. Der WDR-Chefredakteur spricht in einem ARD-Kommentar offen vom kalten Krieg (hab hier leider keinen Link, ist schon eine Weile her, sorry) und davon, keine Angst davor zu haben, den letzten hätte man ja gewonnen, die Bundesregierung beschließt Waffenlieferungen in den Irak, die Nato stellt eine Kampftruppe gegen Russland zusammen und fordert von allen Mitgliedsstaaten höhere Rüstunsausgaben.
Und am meisten erschreckt mich, wie natürlich jedermann auf einmal über einen möglichen Krieg redet. Gestern war ich mal wieder unter Leuten und hab halb mitbekommen, wie ein paar Leute im Scherz darüber gesprochen haben, was man am besten tun könnte, wenn Russland auch in Deutschland einmarschiert. Olli Schulz und Jan Böhmermann definierten in ihrer Sendung „Sanft & Sorgfältig“ am Sonntag „Die großen Fünf“ diesmal als die großen fünf Fluchtmöglichkeiten im Falle eines russischen Einmarsches. Klar, das läuft momentan alles auf einer ironischen Ebene, aber das allein finde ich schon heftig.
Ich meine, was soll das, ich dachte, wir waren immer so demokratisch, haben versucht, alles mit Worten zu lösen, selbst als die Mehrheit schon aufgegeben hatte.
Und jetzt rasseln alle mit ihren Ketten.

Heute früh hab ich ein Interview zum Thema „Deutsche kämpfen als Dschihadisten mit dem IS“ gesehen. Was sich da durchzieht ist die Fassungslosigkeit, wie kann denn bitte jemand so etwas machen und freiwillig für jemanden kämpfen (und dann auch noch ausgerechnet für den IS).
Aber man muss sich doch nur mal anschauen, was für Töne man im eigenen Land anschlägt, um Leute für den Krieg zu motivieren. Ich kann mich nicht auf der einen Seite über solche „Kriegsbegeisterte“ Islamisten aus Deutschland aufregen und auf der anderen Seite Videos produzieren, auf denen eine weltweite  Verteidigung der Freiheit durch deutsche Soldaten im Call-of-Duty-Stil gezeigt wird.

Mich stört bei all dem eigentlich bloß, mit welcher Selbstverständlichkeit man in egal welchem Konflikt sofort die moralische Überlegenheit beansprucht. Zugegeben, Deutschland ist im letzten halben Jahr nicht einfach so in ein Nachbarland einmarschiert und die Bundeswehr hat in den letzten 10 Jahren mit Sicherheit wesentlich weniger Kriegsverbrechen begangen, als es der IS momentan tut. Und trotzdem, das Bild von dem ach so diplomatischen Deutschland, der Freiheitsverteidigenden EU, dem Westen, der immer nur die andere Wange hinhällt, will sich bei mir einfach nicht so richtig einstellen.

Kein weiterer Logos-Film

Es wird keinen fünften Logos-Film geben. Die Filmreihe, die ich 2012 gestartet habe, um mich stärker mit den Extremen der Gefühlswelt einer nachdenklichen Jugend auseinanderzusetzen, endet also mit Besuch. Ursprünglich als fünfteilige Serie geplant, erscheint mir das Material für den letzten Film als zu zerrissen. Ich kann mich sowieso kaum noch technisch mit der Reihe identifizieren, zu lange Einstellungen, zu viele Gespräche mit schlechtem Ton, sehr durchwachsene Schauspielerei. Aber dieser letzte Teil war da noch einmal eine besondere Herausforderung.

Nun, was soll ich sagen? Er war viel zu ambitioniert. Das Material ist durch einen technischen Fehler fast komplett zerstört worden, dem Rohschnitt der übrigen Szenen fehlen Schnittbilder, Gegenschüsse, nachvollziehbare Emotionen, und die in über einem Jahr in von mir beauftragter Sklavenarbeit rotoskopierten Actionsequenzen sind unfertig und fühlen sich nicht gut an.

Deshalb werde ich den Film nicht mehr veröffentlichen. Andere Ideen warten schon darauf, angegangen zu werden, aber ich muss auch einsehen, wenn etwas gescheitert ist, sodass ich daraus für die Zukunft lernen kann. Beziehungsweise habe ich in diesen zwei Jahren bereits daraus gelernt, ich war nur noch nicht bereit dafür, mich vom alten Ballast zu befreien.

Wollt ihr wissen was Liebe ist? (I)

Wollt ihr wissen was für mich Liebe ist?

Dann schaut euch How to train  your Dragon 2 an. Da gibt es diese eine Szene, ist mir jetzt egal, wenn ich euch spoile, diese eine Szene wo Stoick auf seine Frau trifft. Nur dachte Stoick seit über zehn Jahren, dass seine Frau von Drachen getötet wurde. Stattdessen wurde sie nur entführt und entschied sich für ein Leben unter den Drachen, weil sie ihr wahres Wesen erkannte. Und jedenfalls trifft Stoick nach all diesen Jahren überraschend auf eben diese Frau, die er liebte und die so schnell aus seinem Leben gerissen wurde. Und als sie sich sehen sagt er nichts mehr, er geht einfach langsam auf sie zu. Seine Frau, Valka, kann damit nicht umgehen, weicht zurück, versucht sich zu entschuldigen, ihre Situation zu erklären, faselt etwas von Ausflüchten. Aber Stoick geht einfach weiter auf sie zu. Valka geht so weit zurück bis sie an die Wand stößt, hält ihren Stab schützend vor ihre Brust, kann nicht deuten wie Stoick auf sie reagiert. Sie bittet ihn darum, sie doch wenigstens anzubrüllen, doch Stoick geht einfach auf sie zu. Er berührt mit seiner riesigen Pranke sanft das Gesicht seiner Frau und spricht nach kurzem Zögern diesen einen Satz. 
Und dann küsst er sie sanft und vorsichtig auf ihre Lippen.
Das ist Liebe.