- Klimawandel: Die Hitzewellen auf der Welt halten weiterhin an. In den USA wurde für die nächsten drei Monate vorhergesagt, dass die Temperatur aller 50 Bundesstaaten über dem Durchschnitt liegen wird.
- Der Klimawandel ist immer noch eine der größten Bedrohungen für unsere bisher aufgebaute Welt. Deshalb ist für mich eine Energiewende so wichtig, da diese versucht, genau solche Probleme anzugehen und deren Auswirkungen abzuschwächen.
- Nachhaltigkeit: Israel hat Fortschritte in ihrer Frischwasseraufbereitung gemacht, sodass eines der trockensten Länder der Erde zum ersten Mal mehr Trinkwasser produziert, als es benötigt.
- Vielleicht ermöglicht diese Technologie, dass wir in der Zukunft nicht um sauberes Wasser kämpfen müssen.
- Grundlagen: Wissenschaftler konnten widerlegen, dass ein neues Elementarteilchen gefunden wurde. Im Dezember 2015 wurden Experimente durchgeführt, die eine solche Entdeckung wahrscheinlich gemacht haben. Diese Befunde konnten bei einem größeren Datensatz nun nicht bestätigt werden.
- Für mich ist das eine solide wissenschaftliche Arbeit, die ich sehr respektiere. Wie schon im Artikel zitiert: „This is the success of science, this is what science does“.
- Generell gilt damit weiterhin das Standardmodell der Teilchenphysik, das aus drei Kategorien (Quarks, Leptonen und Bosonen) sowie insgesamt 13 grundlegenden Teilchen besteht.
- Ereignisse: Pro-Erdogan-Demonstration in Köln; Christopher-Street-Day in Hamburg
- Zusatz: Kurze Aufarbeitung der aktuellen Lage zum Bundeswehreinsatz im Inneren; Spanien weist die Unabhängigkeitserklärung von Katalonien zurück; Teaser für Christopher Nolans neuen Film Dunkirk; Abzû, das neue Spiel des Journey-Grafik-Leiters, wurde veröffentlicht
Arbeiten: Computerspiel-Welt, Rätsel und Ereignisse
Für die nächsten drei Tage möchte ich mich mit der Ausarbeitung von Rätseln und Ereignissen in dem Computerspiel beschäftigen, das ich zurzeit entwickle. Ich werde versuchen, mir Gedanken darüber zu machen, wie ich eine kohärente Spielwelt aufbaue, in der sich die Handlungselemente entwickeln, aber auch Ereignisse zeitgesteuert ablaufen können.
Für meine Arbeit muss ich darauf achten, dass ich die Ereignisse so gestalte, dass sie zeitlich auf bestimmte Phasen im Spiel abgestimmt sind, sodass Ereignisse nur zu bestimmten Zeiten zugänglich werden. Dafür muss ich die Länge und den Inhalt der Phasen bestimmen und mir überlegen, wie viel Zeit Spieler überhaupt in den einzelnen Phasen verbringen sollen oder wollen.
Phasen sollen durch bestimmte feste Ereignisse eingeläutet werden, die der Spielerin sofort auffallen, damit sie weiß, in was für einer Phase sie sich gerade befindet. Darüber hinaus soll es Ereignisse im Spiel geben, die unabhängig von den Phasen geschehen.
Die Haupthandlung und die Spielfigur ist mir bei jedem Ereignis präsent und ich versuche die Ereignisse darauf abzustimmen. Weiterhin versuche ich mir Gedanken darüber zu machen, wie die Umgebung der Ereignisse dazu genutzt werden kann, um etwas über die Umstände zu erzählen. Ich bin ein Fan von Geschichtenerzählungen durch Leveldesign und würde davon gern so viel wie möglich einbauen.
Dabei ist mir auch wichtig, dass Ereignisse genügend Hinweise bekommen, um von der Spielerin, während sie die Welt erkundet, entdeckt zu werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass dem Spieler jedes Ereignis sofort auffallen wird. Vielleicht befindet er sich ja auch zum falschen Zeitpunkt am richtigen Ort.
Bei den Rätseln versuche ich hingegen eine einheitliche und klare Erfahrung zu bieten, die den Spieler immer wieder vor neue Situationen setzt, die er so vielleicht noch nie in einem anderen Spiel gesehen hat. Ich wünsche mir, dass die Rätsel gewissen Handlungsmomenten vorhergehen und mit diesen verknüpft sind, sodass die Lösung mit der Erfahrung einer neuen Information über die Spielfigur, die Spielwelt oder die Handlung einhergeht.
Für mich sind diese Aspekte so wichtig, weil ich ein Spiel entwickeln möchte, dass seine Spielmechaniken dazu nutzt, eine konkrete Idee zu vermitteln. Mir geht es darum, eine langsame Geschichte zu erzählen, in der die Spielerin selbst entscheidet, was sie mit der präsentierten Welt anfangen möchte. Zwar verändert sich die Welt um sie herum und ihr entgeht manch ein Ereignis. Aber sie selbst ist dafür verantwortlich, was sie sehen möchte und kann jederzeit für eine zweite Partie zurückkehren.
Update: Ich habe die drei Tage dazu genutzt, um über ein Problem nachzudenken, dass mit der Atmosphäre des Spiels zu tun hat. Ich werde zwei weitere Tage dazu nutzen, mich noch einmal mit dieser Aufgabe zu beschäftigen.
Update: Ich bin immer noch nicht mit meiner eigentlichen Aufgabe voran gekommen, weil ich mich zuvor damit beschäftigt habe, einen Tag-Nacht-Rhythmus einzubauen. Ich werde noch bis zum 7. August an dieser Aufgabe sitzen.
Gedanken zum Sommer
Ich meine, wie wahrscheinlich ist das? Das Leben ist schon manchmal krass… . Dabei mag ich den Sommer jetzt noch nicht mal besonders.
Also ich hasse ihn auch nicht, aber ich würde ihn auch nicht über eine der anderen Jahreszeiten erheben.
Was mir dabei einfällt, ist dass Buffy Summers mit Nachnamen heißt. Das hat mich immer irritiert, weil Sommer für mich irgendwie
im Gegensatz zu der Traurigkeit der Serie steht. Vielleicht ist es aber auch so gedacht, der Sommer als Jahreszeit mit der kürzesten Nacht,
da Vampire ja nicht in die Sonne gehen können. Witzigerweise spielt in Joss Whedons zweiter, sehr bekannter Serie Summer Glau eine der Hauptrollen.
Naja das ist wahrscheinlich Zufall. Summer Glau sieht ziemlich gut aus. Was mich am Sommer stört ist, dass man irgendwie den ganzen Winter
darauf wartet, um nicht zu sagen er den ganzen Winter als Mythos am Ende des Horizonts steht, aber dann wenn er da ist, gibt es Mücken und Sonnenbrand
und die Sommerferien sind auch irgendwie kürzer, als man sich das vorgestellt hatte. Ich bin schon ein kleiner Philosoph.
So ähnlich wie Tom (…). In dem Buch war auch die ganze Zeit Sommer, soweit ich mich erinnere. Wieder dieser Gegensatz, da es in dem Buch ja irgendwie
viel um Bestattungsinstitute und Friedhöfe ging. Bin ich eigentlich der Einzige, der das Gefühl hat, dass seit Game of Thrones der Winter an sich in
der öffentlichen Wahrnehmung immer mehr mysthifiziert wird? Ich meine Cpt. America vs. Winter Soldier, The Witcher III: Wild Hunt, in Star Wars:
The Force Awakens ist der Super-Todesstern mit Schnee bedeckt, The Hateful Eight stecken aufgrund eines Schneesturms in einem Gasthaus fest… .
In der usprünglichen (übrigens pommerschen) Sage „Die große Jagd“ kam überhaupt kein Winter vor. Das haben die einfach dazugedichtet… .
Aber hier geht’s ja um Sommer. In Stephen Kings Kurzgeschichtensammlung „Sunset“ wird ein Mann im Sommer in einem Dixiklo eingesperrt,
und dieses dann umgekippt und es ist soo heiß, weil die Sonne halt ununterbrochen auf das Platikdach des Dixiklos scheint.
Das alles macht mein Bild vom Sommer jetzt nicht unbedingt besser.
Aber ich hab auch ein paar gute Assoziationen zum Sommer. Ben Gibbard hat einen Song „Summer Skin“, den finde ich ganz gut.
Und Mortys Schwester – Ricks Enkelin – heißt Summer mit Vornamen und sie ist fast mein Lieblingscharakter aus der Serie.
Gibt also auch ein paar Seiten, die ich mag.
Lernen: Extra Credits – The Casual/Core Fallacy
Das Video geht darauf ein, wie die Unterscheidung zwischen Casual- und Core-Spielern dazu führt, dass Spieldesigner die Länge der Spielzeit mit dem Bedürfnis nach Tiefe verbinden. Mehr Spielzeit = mehr Spieltiefe. Es wird davon ausgegangen, dass sich Casual-Spieler nicht so lange wie Core-Spieler mit dem Spiel beschäftigen und deshalb komplizierte Mechaniken erst später in das Spiel eingefügt werden sollten. Doch diese Annahme könnte falsch sein, weil Core-Spieler eben auch immer weniger Zeit mit Spielen verbringen, unter anderem weil sie andere Verpflichtungen besitzen.
Extra Credits schlägt nun vor, die Vorstellung aufzugeben, dass eine kürzere Spielzeit mit einem Bedürfnis nach weniger Tiefe gleichzusetzen wäre. Deshalb sollten Spieldesigner damit aufhören, den Spielanfang für den typischen Casual-Spieler zu designen.
Goodbye and Good Luck
Ich höre nicht viel Radio, aber es gibt immer wieder ein paar Sendungen, die ich regelmäßig höre. Die für mich einfach dazugehören, zu einer normalen Woche, einem normalen Monat.
Vielleicht liegt es daran, dass es nicht so komerziell ist oder dass es eher im Hintergrund laufen soll, aber manchmal erreichen Radiosendungen für mich ein Niveau, dass ich so seletn im Fernsehen finde. Und wenigen Leuten höre ich so lange am Stück zu, wie Holger Klein, Thomas Wosch oder eben Jan und Olli.
Das ist nun leider vorbei, mal wieder. Dabei wünsche ich mir jedes Mal, dass es einfach immer so weitergeht, dass ich jeden Tag um 18.00 Uhr Kathrin Thüring aus einer Kläranlage hören kann, ohne große Veränderung, einfach als fester Bestandteil meiner Routine.
Und dann kommt so ein Facebook-Post und macht alles zunichte, heute früh hab ich noch Kommentare gelesen, dass Jan ja erst mal „bis Ende April“ gesagt hat und man sich vielleicht schon auf eine neue Folge diesen Sonntag freuen kann, jetzt das.
Aber irgendwie, denke ich dann auch, ist es schon ok. 3 Jahre, das ist eine echt lange Zeit. Als „ab 18“ abgesetzt wurde, war ich erst mal vollkommen traurig. Für mich gab es keine Sendung, die auch nur annähernd so gut war und ich konnte mir nicht vorstellen, das irgendwas Anderes an ihre Stelle kommt. Aber irgendwie kam dann erst mal ein paar Jahre nichts und dann Sanft und Sorgfältig und was soll ich sagen, die Sendung war mindestens genauso gut.
Vielleicht gibt es in ein, zwei Jahren wieder eine gute Sendung und vielleicht ist es auch ganz gut, wenn man hin und wieder aus seiner Routine rausgerissen wird.
Lernen: A Very Long Nerdwriter Q&A
- Untersuchungsprozess: So viel lesen wie möglich, bis man sich wohl fühlt.
- Videoproduktion: Einfach anfangen und sich über den Verlauf seiner kreativen Arbeiten verbessern, anstatt nie etwas zu veröffentlichen und dann nichts zu tun.
- Ziel: Unabhängigkeit behalten.
- Sinn des Lebens: Selbst entscheiden, was der Sinn des Lebens sein soll.
- Prätentiösität: Der Sprechrhythmus hilft dabei, Videos zu strukturieren. Niemand kann etwas für seine Stimme.
- Clickbait-Titel: Menschen schauen sich jeden Tag Millionen von Links an. Deshalb sollte man sich darüber bewusst sein, dass man einen guten Titel braucht, um Menschen von seinen Inhalten zu überzeugen.
- Form und Inhalt: Jeder Inhalt sollte die Form bekommen, die er verdient, da sich beide Teile aufeinander beziehen.
- Enthusiasmus entfachen: Ein Narrativ aufbauen, das die Menschen mitreißt und sie von den Ideen dahinter überzeugt, sie aber gleichzeitig selbst in die Welt hinausgehen und sie erfahren lässt.
Über die Vollständigkeit von Kunstwerken
Wenn ich mir ein Gedicht anschaue, gibt es bei mir häufig zwei Reaktionen. Die erste genießt das Gedicht, bewertet seine Schönheit anhand meiner Wahrnehmung und baut abschließend ein Verständnis für den beschriebenen Moment auf. Die zweite versucht sich an einer inhaltlichen Analyse. Stimmt meine Wahrnehmung überhaupt? Ist meine Interpretation wahrscheinlich? Und woher nehme ich eigentlich diese Sicherheit?
Diese zweite Reaktion löst in mir ständig eine Diskussion aus: Vervollständige ich eigentlich ein Werk, wenn ich mehr Informationen darüber erhalte? Und meine Antwort darauf ist dann meist: Ja, natürlich. Aber dann sofort auch: Kann ich diesen zusätzlichen Informationen überhaupt vertrauen? Und sobald ich einem Menschen zum ersten Mal ein Gedicht zur Interpretation vorlege, woher soll ich denn überhaupt wissen, dass dieser Mensch den Inhalt des Werkes erkennt?
Dann wird sich plötzlich auf diesen Menschen bezogen, weil er Argumente für seine Überzeugungen gebracht hat. Aber eigentlich besteht doch immer noch die Möglichkeit, dass er sich irrt. So ganz grundlegend. Ein Beispiel: Vielleicht ist es eben kein Gedicht über den zweiten Weltkrieg, nur weil die Autorin Erfahrungen im zweiten Weltkrieg gesammelt hat und es um Panzer geht. Vielleicht ist es lediglich eine Erinnerung an ihre Kindheit, die sie verarbeitet, weil ihr Bruder ihr ständig den Spielzeugpanzer gestohlen hat.
Vielleicht stimmt aber auch beides nicht. Intepretationen scheinen keine Fakten zu produzieren. Sie vermitteln uns vielmehr Wahrscheinlichkeiten, die mit Argumenten vorgebracht werden und die unsere Fantasie beliebig anregen sollen. Oder worum geht es bei Interpretationen? Um Wahrheit? Um den objektiven Kern einer Botschaft? In den Geisteswissenschaften erscheinen mir diese Ziele als unerreichbar, weil die Subjektivität einer Wahrnehmung unsere Erfahrungen prägt. Und natürlich treten bei genügend Überprüfungen bestimmte Muster auf. Aber ist es dann nicht sogar kontraproduktiv, dass wir uns vorher über diese Muster informieren, damit wir zu einem besseren Verständnis eines Textes gelangen? Reproduzieren sich dadurch nicht einfach nur diese Muster und unser objektives Verständnis des Textes bleibt auf der Stelle?
Ist es also sinnvoll, sich vorher über einen Text zu informieren? Wenn wir uns statistisch dem Kern eines Textes annähern wollen, dann würde ich wohl nun eher zu einem Nein tendieren, weil wir sonst lediglich das reproduzieren, was bereits durch Autoritäten verbreitet wurde. Aber es erscheint mir gleichzeitig auch generell ungeeignet, eine statistische Herangehensweise zu bevorzugen. Denken wir mal kurz über die Folgen nach:
Wir nehmen uns ein Gedicht aus dem 11. Jahrhundert, das der Großteil der Testpersonen nicht versteht, weil es in Mittelhochdeutsch geschrieben wurde und die Wörter teilweise vollkommen andere Bedeutungen besitzen. All diese Menschen sollen jetzt eine Interpretation für dieses Gedicht abgeben, was dazu führt, dass der objektive Kern des Gedichtes rein statistisch wahrscheinlich dem kulturellen Verständnis eines Menschen aus dem 21. Jahrhundert entspricht.
Aber wie können wir uns sicher sein, dass das nicht bereits mit allen anderen Interpretationen geschehen ist? Wir haben zum Beispiel eine Interpretation eines Kant-Werkes aus dem 19. Jahrhundert, die vollkommen banale gesellschaftliche Fakten hineinbringt, die nichts mit dem ursprünglichen Text zu tun haben. Aber diese Interpretation setzt sich durch und beeinflusst die Interpretationen des 21. Jahrhunderts.
Doch was bleibt dann noch übrig? Es erscheint erneut dieses merkwürdige Kommunikationsparadoxon. Wir sprechen durch unsere subjektive Wahrnehmung eine andere Sprache mit anderen Wahrnehmungen von Wörtern. Und zum Schluss verstehen wir uns trotzdem. Wie kann das sein? Sind unsere Wahrnehmungen dann doch so ähnlich?
Zwei weitere Aspekte dieser Untersuchung sind für mich Kontext und Konkretheit. Ein Beispiel: Ein gezeichnetes schwarzes Dreieck auf einem weißen Grund soll für die Trinität der christlichen Kirche stehen. Die Botschaft ist ohne Kontext nicht erfassbar. Soll die Botschaft erfassbar bleiben? Oder soll das Dreieck für sich stehen und als Kunstwerk ohne Kontext betrachtet werden? Ich denke, dass Werke ohne Kontext auch weniger Gefühle anregen, da sie keine Zusammenhänge hervorrufen, die möglicherweise das Einfühlen erleichtern.
Diese Kontextlosigkeit ist von einer unkonkreten Darstellung zu unterscheiden: Zwar erzeugen abstrakte Techniken aus sich selbst heraus schon weniger Kontext, können aber genau aus diesem Grund gewählt werden, um die Aufmerksamkeit auf andere Aspekte zu lenken und den Kontext dieser Elemente zu verstärken. Eine Verwendung unkonkreter oder abstrakter Darstellungsmittel ist damit Bestandteil des Kontextes. In der Fotografie zum Beispiel ein Kontrast zwischen abstrakt texturiertem Hintergrund und einem Porträt im Vordergrund.
Und letztendlich bleibt die Spannung beim Lesen. Autoren tendieren dazu, Werke zu verdichten, um eine Erfahrung greifbarer zu gestalten. Um allerdings dem Werk einen gehobenen Anspruch zu geben und einen Wert zu vermitteln, werden meist mehrere Ebenen miteinander verwoben, was dazu führt, das ein erstes Verständnis erschwert wird, das Gedicht dann aber aufgrund der Anstrengungen beim Verstehen stärker im Gedächtnis bleibt.
Ich kann den Versuch sehr gut nachvollziehen, aber nun ja. Wie bei dem Beispiel mit dem Dreieck kann es eben passieren, dass dadurch der Kontext vollkommen verschwimmt. Und das Dreieck bleibt dann eben Dreieck, und es wird nicht als christliche Trinität verstanden. Und dann denke ich mir: Dann eben nicht. Dann verstehe ich eben nicht, was der Autor von mir wollte und interpretiere es so, wie ein Mensch aus dem 21. Jahrhundert etwas interpretieren würde, was ihm vorgesetzt wird. Ich liefere meine Argumente. Und wenn das jemand anderen dazu bringt, sich mit seinen eigenen Gefühlen zu beschäftigen und ein eigenes Verständnis für sein Leben aufzubauen, cool.
Aber was soll ich denn sonst tun, wenn sich der Autor nicht erklärt? Und selbst wenn er sich erklärt, wie soll ich sicher sein, dass ich ihn dann verstehe? Mir erscheinen diese Probleme unlösbar. Und dann schaue ich auf meine erste Reaktion zurück und freue mich, dass das meine erste Reaktion ist. Keine Frage, die erste Reaktion hat ihre eigenen Probleme mit der Unlösbarkeit einer verständlichen Wahrnehmung. Aber wenigstens kann es da diese kurzen Momente geben, in denen ich diese wunderschönen Blumen genießen kann, ohne sie in ihre Bestandteile zu zerlegen und wissenschaftlich zu analysieren. Und für die zweite Reaktion gebe ich mir eben Mühe, meine Argumente darzulegen und bin für alle weiteren Ansichten offen.
Lernen: You Are Not So Smart – The Argument from Ignorance
You Are Not So Smart ist ein Buch von David McRaney, das 2011 veröffentlicht wurde und in dem er auf die psychologischen Eigenheiten des Menschen eingeht. In dieser Serie möchte ich alle beschriebenen Verhaltensweisen zusammenfassen, um ein besseres Verständnis dafür zu erhalten.
Es besteht die Möglichkeit, dass wir eine Erklärung annehmen, weil wir die Argumente der Gegenseite ignorieren oder kleinreden. Bei dieser Argumentationsform reicht es uns aus, dass wir etwas nicht wissen, um darüber zu erklären, dass etwas wahr oder falsch ist.
Wir könnten beispielsweise davon ausgehen, dass es das Loch-Ness-Monster gibt, weil bisher zu wenige Beweise geliefert wurden, dass es nicht existiert. Dasselbe gilt für die Mondlandung. Wie können wir uns sicher sein, dass sie wirklich stattgefunden hat? Wenn wir eine bestimmte Auffassung lange genug vertreten, dann versuchen wir sie zu beschützen, weil sie ein Bestandteil unserer Persönlichkeit geworden ist.
Folgen: Um dem entgegenzuwirken, ist es wichtig, Argumentationen ständig zu überprüfen und alle Möglichkeiten miteinzubeziehen. Allerdings halte ich das Ignoranzargument letztendlich für unauflösbar. Jede These besitzt nur eine gewisse Wahrscheinlichkeit. Manche davon sind wahrscheinlicher, manche unwahrscheinlicher. Doch genau zu entscheiden, ab wann etwas so wahrscheinlich wird, dass es sich über andere Thesen hinwegsetzen kann, ist sehr anstrengend und braucht gute Argumente. Dennoch können wir darauf achten, dass wir nicht so schnell einfach etwas hinnehmen, weil wir uns wünschen, dass es wahr wäre.
Lernen: You Are Not So Smart – The Argument from Authority
You Are Not So Smart ist ein Buch von David McRaney, das 2011 veröffentlicht wurde und in dem er auf die psychologischen Eigenheiten des Menschen eingeht. In dieser Serie möchte ich alle beschriebenen Verhaltensweisen zusammenfassen, um ein besseres Verständnis dafür zu erhalten.
Wenn wir die Qualität der Quelle unserer Informationen als Argument für deren Glaubwürdigkeit heranziehen, dann handelt es sich um ein Autoritätsargument. Wir gehen davon aus, dass Menschen, die sich mit einem bestimmten Themenfeld auskennen, vertrauenswürdig sind, auch wenn sie sich zu einem anderen Bereich äußern.
Wenn uns ein Tauchlehrer beispielsweise Hinweise darauf gibt, wie wir unsere Sauerstoffflasche zu bedienen haben, dann sollten wir besser zuhören, damit wir nicht ertrinken. Wenn der gleiche Lehrer allerdings dazu übergeht, uns von seinen Erfahrungen mit einem Unterwasservolk zu berichten, dann sollten wir vielleicht nicht mehr so vertrauensselig agieren.
Folgen: Autoritätsargumente sind nicht von Grund auf schlecht. Wenn wir eine Person kennen, die sich mit einem bestimmten Thema besonders gut auskennt, dann können wir auch dieser Person vertrauen. Wir sollten nur darauf achten, dass wir, falls uns etwas merkwürdig vorkommt oder Argumente uns nicht schlüssig erscheinen, nachfragen, um eine genauere Erklärung zu erhalten.
Wohnzimmerregal: The IT Crowd (2006-2013)
Ich bin ein großer Freund von englischem Humor, weil dort sehr viel mit Ironie und Sarkasmus gearbeitet wird. Und wenn dann auch noch Elemente der Nerdkultur eingearbeitet werden, dann schafft es die Serie, mich vollkommen zu überzeugen. The IT Crowd ist perfekt darin, diesen schmalen Grat zwischen Parodie und Authentizität zu wandeln.
Roy und Moss bilden zusammen die gesamte IT-Abteilung von Reynholm Industries. Die beiden Nerds sitzen im Keller des Bürokomplexes und langweilen sich jedoch die meiste Zeit über, weil sich ihre Aufgaben darauf reduzieren, die Menschen danach zu fragen, ob sie bereits versucht haben, den Computer herunter- und wieder hochzufahren (Have you tried turning it off and on again?). In dieses soziale Gefüge wird Jen hineingeworfen, die neu anfängt und sich einen Platz in einem Großraumbüro erhofft, aber aufgrund ihrer fehlinterpretierten Bewerbung in den Keller geschickt wird, um dort die Abteilung zu leiten. Plötzlich müssen sich also die drei miteinander arrangieren, was zu allerhand Durcheinander und Missverständnissen führt.
The IT Crowd ist für mich so wertvoll, weil sich die Geschichten selbst nicht so ernstnehmen. Wir haben einen lockeren Umgang mit der Realität, was dazu führt, dass auch Handlungen erzählt werden können, die über die Realität hinausgehen, zum Beispiel über die Erfindung eines BHs, der immer richtig sitzt. Insgesamt ist The IT Crowd dadurch eine der Serien, die nichts von ihrem Charme verliert.
