Nachlese 2017/45: Biologische Diversität, fehlende Grundkonzepte, Paradise Papers

Zum Wochenrückblick 2017/45: Biologische Diversität, fehlende Grundkonzepte, Paradise Papers.

Mit: Henry Herkula, Wiebke Burchardt

Diese Woche haben wir uns relativ kritisch mit den behandelten Links beschäftigt. Mir ging es dabei weniger darum, die Artikel zusammenzufassen, sondern eher die Folgen ihrer vorgestellten Ideen zu klären. Deshalb ist der Podcast auch ein wenig länger ausgefallen, als ursprünglich geplant.

Wochenrückblick 2017/45

Zusammenstellung der für mich wichtigsten Nachrichten, Erkenntnisse und kreativen Werke der vergangenen Woche.

Suchen (Das Internet als Werkzeug #2)

Eine der wichtigsten Fähigkeiten, um das Potenzial des Internets vollständig nutzen zu können, ist das Suchen. Und es erscheint zunächst einmal überflüssig, den Vorgang der Sucheingabe zu erklären, da die meisten Menschen, die sich bereits einmal mit dem Internet auseinandergesetzt haben, auch schon einmal eine Suche bedient haben. Und dennoch denke ich, dass dieser Bereich einen unterschätzten Wert besitzt, weil gerade dieser Bereich es ist, der es uns ermöglicht, die Sachen zu entdecken, die wir noch nicht kennen. „Suchen (Das Internet als Werkzeug #2)“ weiterlesen

Nachlese 2017/44: Postmoderne und Postmodernismus

Zum Wochenrückblick 2017/44. Themen: AlphaGo Zero, Werkstatt der Bundeszentrale für politische Bildung, epistemisches Schreiben, Postmodernismus, Beispiele für Dekonstruktion und postmoderne Kunst.

Mit: Mario Futh, Henry Herkula

Die vergangene Woche war sehr mit Links gefüllt, was dazu geführt hat, dass ich dieses Mal sehr viel gesprochen habe. Ich versuche die Folgen in Zukunft etwas kürzer zu halten. Insgesamt habe ich festgestellt, dass es ziemlich schwierig ist, die Dinge, die einen faszinieren, noch einmal selbst zu erklären.

Berichtigungen

  • Postmoderne: Der Begriff der Moderne als Epoche der großen erklärenden Narrative ist natürlich nur ein Teilaspekt der Moderne und zwar derjenige, der meiner Ansicht nach für die Postmoderne besonders relevant ist.
  • Postmodernismus und Rationalismus: Ich habe gesagt, dass beide Strömungen nach Wahrheit suchen. Im Artikel geht es allerdings um „Overcoming Bias“ (das Überwinden von kognitiven Verzerrungen). Das geht in eine ähnliche Richtung, macht es aber wesentlich konkreter.

Wochenrückblick 2017/44

Zusammenstellung der für mich wichtigsten Nachrichten, Erkenntnisse und kreativen Werke der vergangenen Woche.

  • Link: Epistemisches Schreiben als Möglichkeit, sich schwierigen Themen zu nähern. Meistens werden diese Versuche jedoch angegriffen: „If you’re admitting you’re too stupid to have an opinion on this, you must be really stupid to give it anyway!“. Daniel Perrin stellt folgende Definition auf: „Autorinnen und Autoren schreiben einen Text, um sich selbst mit dem Geschriebenen auseinander zu setzen, die eigenen Gedanken zu verstehen und so das Denken zu unterstützen.“
  • 100/55 = Nazi: Dekonstruktion als Endziel der Postmoderne. Alles wird immer schneller aus allen Perspektiven analysiert.
  • werkstatt.bpb.de: Digitale Bildung in der Praxis: Materialien für Lehrer zur Bildung im digitalen Zeitalter.
  • Postmodernism For Rationalists (my attempt) | Slate Star Codex: 1. Postmodernism is the belief that thinking about agendas […] is at least as important as thinking about facts […] 2. Postmodernists don’t necessarily deny the existence of objective facts. But they find them hard to pin down. […] [P]ost-modernists would draw the boundary of ‘objectivity’ at “how annoying and ridiculous it would be to argue” rather than as a fundamental feature of the world. This doesn’t deny objective reality as a generator for these kinds of statements. It just urges extreme wariness about claims that any particular human statement captures it perfectly. 3. In practice, practically all of us are postmodernists sometimes. […] These questions inspired a second range of explanations for New Atheism’s decline: it was no longer useful to people in power. 4. I myself think like a post-modernist every time I see a new study come out saying that priming implicit-associated stereotype-threatened ego-depleting power poses has proven that plumbers are racist. I don’t react with “I guess that proves plumbers are racist”. I react with “Huh, apparently the Two Minutes’ Hate is being directed at plumbers today, I wonder why the Powers are angry at them.” The information content is boring; only the signals it carries about who’s in power and what they want are worth examining. 5. Optimistically, postmodernism isn’t necessarily opposed to rationality: rationality says to believe what is true, and it’s true that people are often trying to manipulate us. Hopelessly optimistically, both groups are engaged in the same project of overcoming bias, just taking different perspectives. – But pessimistically, there’s a risk that postmodernism collapses into people ignoring any facts they disagree with, arguing that facts are just mutable products of hostile power structures trying to perpetuate themselves. And by “pessimistically there’s a risk”, I mean “this has obviously been going on for decades”. Again, I’m not just complaining about lefty professors here. The guiding narrative of Breitbart – that Cultural Marxists have taken over society and are indoctrinating everyone with their own concepts and language in order to make it impossible to think outside their boxes – is postmodernist as hell. Aus den Kommentaren: 1. „Postmodernism isn’t a belief; it’s more of a socio-cultural-historical gestalt. Reducing it to a belief or a system of beliefs would be inaccurate because pomo in art isn’t the same as pomo in literature, pomo in philosophy etc.“, 2. „Myself, I’m a postpostmodernist: by now, I have the same attitude towards things like A-F as postmodernists have towards things like 1-6.“ 3. „It is a lot better to think about postmodernism as a bunch of different theories that were build after WWII and therefore just understand it as an historical label.“
  • Elemente der Postmoderne: 1. Absage an den seit der Aufklärung betonten Primat der Vernunft (ratio) und an die Zweckrationalität (die bereits in der Moderne erschüttert wurden), 2. Verlust des autonomen Subjekts als rational agierende Einheit, 3. Neue Hinwendung zu Aspekten der menschlichen Affektivität und Emotionalität, 4. Ablehnung oder kritische Betrachtung eines universalen Wahrheitsanspruchs im Bereich philosophischer und religiöser Auffassungen und Systeme; 5. Verlust traditioneller Bindungen, von Solidarität und eines allgemeinen Gemeinschafts­gefühls; 6. Sektoralisierung des gesellschaftlichen Lebens in eine Vielzahl von Gruppen und Individuen mit einander widersprechenden Denk- und Verhaltensweisen; 7. Toleranz, Freiheit und radikale Pluralität in Gesellschaft, Kunst und Kultur; 8. Dekonstruktion, Sampling, Mixing von Codes als (neue) Kulturtechniken; 9. Zunehmende Zeichenhaftigkeit der Welt (siehe auch Semiotisches Dreieck und Baudrillard); 10. Versuche der Abkehr von ethno- und androzentrischen Konzepten
  • tell them stories – ecc-poetry: kranja: ecc-poetry: „La sirena y el pescador“: Ein Gedicht, das falsch übersetzt wurde und deshalb zu zwei unterschiedlichen Beschreibungen derselben Situation wird.
  • AlphaGo Zero and the Foom Debate – Machine Intelligence Research Institute: Eliezer Yudkowski über den Unterschied zwischen dem Lernen von Maschinen und dem Lernen von Menschen. Ergebnis: Maschinen sollen besser sein.

Das Internet gehört uns (Das Internet als Werkzeug #1)

Ich halte das Internet für eine der wichtigsten Erfindungen der Menschheit, weil es uns ermöglicht, theoretisch unbegrenzte Mengen an digitalisierten Informationen mit Lichtgeschwindigkeit beliebig weit zu übermitteln. In dieser Artikelreihe möchte ich herausfinden, welche Auswirkungen das auf uns als Individuen hat: Was bedeutet es, wenn wir das gesamte Wissen der Menschheit zur Verfügung haben und nach unseren Bedürfnissen erweitern können? Was bedeutet es, wenn wir direkt mit Menschen kommunizieren können, die sich Tausende von Kilometern weit weg befinden? Was bedeutet es, dass wir von überall auf der Welt, auf beliebig viel Kunst und Unterhaltung zugreifen können? „Das Internet gehört uns (Das Internet als Werkzeug #1)“ weiterlesen

Wochenrückblick 2017/43

Zusammenstellung der für mich wichtigsten Nachrichten, Erkenntnisse und kreativen Werke der vergangenen Woche.

Wochenrückblick 2017/42

Zusammenstellung der für mich wichtigsten Nachrichten, Erkenntnisse und kreativen Werke der vergangenen Woche.

Wochenrückblick 2017/41

Zusammenstellung der für mich wichtigsten Nachrichten, Erkenntnisse und kreativen Werke der vergangenen Woche.

  • The Alt-Right Playbook: Introduction: Ian Danskin versucht sich an einer Analyse der Neuen Rechten.
  • René Walter: Storytelling durch Empörungsrituale: René in einem Video über eines seiner Hauptthemen: Das Erzählen in einer digitalisierten Welt und die Probleme, die sich daraus ergeben. Seiner Meinung nach besteht eine Maßnahme gegen viralen Hass im Internet darin, den Versuch zu unternehmen, das Narrativ hinter den viralen Einzelwerken umfangreich zu erfassen und zu erklären, anstatt zur Vereinfachung nur einen Aspekt herauszugreifen. Ich denke, dass eine solche Aufgabe bei den reichweitenstarken Angeboten liegen muss. Sie müssen gefährliche Phänomene aufgreifen und entschärfen. Darüber hinaus sollte meiner Ansicht nach eine stärkere Auseinandersetzung in der Schule erfolgen und der kritische Leser muss zum Standard werden. Ein Leser, der auch mehr von den künstlerischen Werken seiner Umgebung erwartet.
  • Katalonien-Konflikt: Es scheint bereits Diskussionen zwischen Spanien und Katalonien gegeben zu haben, die allerdings von spanischer Seite abgebrochen wurden, da man nicht einmal ansatzweise auf die Forderungen eingehen wollte.