Rückschau: gier nach licht (2006)

gier nach licht (2006)

Eines der Fotos, die ich mein Leben lang in Erinnerung behalten werde. Nicht, weil es eine besondere Situation darstellt, sondern wegen des Gegenteils. Die Aufnahme der Lichtung zwischen Hornow und Kahsel zeigt eine herbstliche Stille. Die geringe digitale Qualität und die nachträgliche Verdunklung des Himmels tragen dazu bei, dass sich das Bild alt anfühlt. Aufgrund des großen Schärfebereichs sieht das Bild so aus, als wäre es gemalt worden. Die Birke im Mittelgrund sticht dabei besonders hervor, weil sie durch ihre weiße Farbe und ihre Reichweite durch alle Bildbereiche die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Der Titel „gier nach licht“ setzt das Thema des Bildes. Zum einen versuchen die Pflanzen, aus ihrer Umgebung hervorzutreten, um an mehr Licht zu gelangen. Zum anderen wirken die gelblichen Gräser so, als würden sie das Licht aufsaugen und es nicht mehr hergeben wollen. Der obere, durch den Himmel gekennzeichnete, und der untere, durch die Gräser gekennzeichnete, Bildbereich wird durch einen mittleren getrennt, in dem sich eine Wand aus Bäumen befindet, die es unmöglich erscheinen lässt, dass die vom Licht getroffenen Bäume im Vordergrund jemals in den Himmel ragen werden. Dennoch gibt es mit der Birke diesen einen Ausreißer.

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